Date:
2017
Location:
Bern, CHBEMotion Bern
Messen sind Orte des Handels, der Begegnung und des öffentlichen Austauschs. Sie knüpfen an die Tradition der Markthalle an, deren Räume durch Zweckmäßigkeit, Robustheit und Flexibilität geprägt sind. Das Projekt für die neue BEmotion Base Bern orientiert sich an diesen Prinzipien und entwickelt aus einfachen, additiven und seriellen Bausteinen eine Gesamtanlage, die pragmatische Klarheit mit städtebaulicher Präsenz verbindet. Das Ergebnis ist ein repräsentatives Gesicht zur Stadt, das sich gleichwertig zu allen Seiten entfaltet und die einzelnen Teilbereiche zu einem stimmigen Ganzen fügt.
Die Anlage orientiert sich am neuen Messeplatz und öffnet sich mit einem zweiseitigen, einladenden Entree. Zusammen mit dem Kongressteil bildet das großzügige Foyer die Adresse des Gebäudes, nutzbar für Veranstaltungen aller Größen. Der langgestreckte Baukörper fasst unterschiedliche Maßstäbe zu einem kontrollierten Volumen und schafft durch Rückversatz auf der Nordseite einen freien Platzraum. Zugleich bleibt die Verbindung zur Allmend und zum Zirkusplatz gestärkt lesbar. Der erhöhte Kongressteil bildet einen städtebaulichen Abschluss und harmonisiert die Traufhöhen. So entsteht ein Ensemble, das den Umraum klärt und die drei Hauptfunktionen selbstverständlich vereint.
Die Multifunktionshalle mit 6500 Quadratmetern Fläche ist stützenfrei und basiert auf einem klaren Raster. Galerien entlang der Seiten entlasten die Tragstruktur und bieten zusätzliche Nutzfläche sowie Zugänge zu Tribünen, Verpflegung und dem großen Kongresssaal. Die Halle ist flexibel teilbar, mit drei separaten Anlieferungstoren und klarer Trennung von Waren- und Personenfluss. Ein Servicegang ermöglicht Versorgung und Entsorgung während des Betriebs. Garderoben und Nebenräume liegen direkt am Foyer, wodurch Parallelveranstaltungen reibungslos durchgeführt werden können.
Der Kongressbereich wird über das Foyer erschlossen, das mit großzügigen Treppenanlagen und Tageslicht versorgt ist. Im Obergeschoss liegt der große Saal, dessen luftiges Raumgefühl durch geschichtete Tragkonstruktionen verstärkt wird. Mobile Trennwände erlauben flexible Unterteilungen, während die vorgelagerte Terrasse und Breakout-Räume vielseitige Nutzungen ermöglichen. Auch hier stehen separate Pausenzonen und Serviceeinrichtungen bereit, sodass zahlreiche Betriebszustände abgebildet werden können.
Das Foyer selbst bildet das Herzstück der Anlage: ein hoher, lichtdurchfluteter Raum, der verschiedene Layouts zulässt und Besuchergruppen trennt. Garderoben und WC-Anlagen sind direkt angeschlossen und können nach Bedarf zugeschaltet werden.
Akustisch ist die Anlage auf hohe Anforderungen abgestimmt. Die Halle verfügt über Schallabsorber, Doppelschalenfassaden und Schallschleusen, während Foyer und Kongressbereich akustisch entkoppelt sind. So ist der parallele Betrieb unterschiedlicher Veranstaltungen möglich.
Auch im Betrieb steht Effizienz im Vordergrund. Großzügige, stützenfreie Räume, robuste Oberflächen und klare Wegeführungen gewährleisten schnelle Auf- und Abbauprozesse. Personen- und Güterströme sind strikt getrennt, während technische Installationen geschützt und nutzungsneutral integriert sind. Ein abgestimmtes Tür- und Brandschutzkonzept sowie ein durchdachtes Orientierungs- und Beschriftungssystem unterstützen die Flexibilität des Betriebs.
Die Haustechnik ist modular und wartungsfreundlich ausgelegt. Jede Hauptnutzungseinheit verfügt über eigene Technikzentralen, sodass Räume separat versorgt und betrieben werden können. Die Halle erhält im Dachbereich integrierte Lüftungs- und Entrauchungsanlagen, die zonenweise gesteuert werden. Medienpunkte an Decken und Böden ermöglichen eine flexible Versorgung. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Schnellaufheizbetrieb, während das Foyer und der Kongressbereich über eigene Lüftungssysteme verfügen. Nachhaltigkeit wird durch energiesparende Anlagen, effiziente Beleuchtung und den Einsatz alternativer Wärmeerzeugungssysteme gewährleistet.
Die BEmotion Base Bern verbindet damit architektonische Klarheit mit technischer Robustheit und Flexibilität. Sie setzt auf einfache, nutzungsneutrale Strukturen, die zugleich repräsentativ und zukunftsfähig sind, und wird so zu einem zentralen, vielseitig nutzbaren Baustein im städtischen Kontext.
Bauherrschaft: Bernexpo Groupe
Planung: Rossetti+Wyss Architekten, Lüchinger Meyer Partner AG, Classen Haustechnik GmbH, Engeler Freiraumplanung AG

