Date:
2007
Location:
Minusio, CHCasa e rustici Minusio
Die bestehende Villa, erbaut um 1960, liegt an einer Hangkante oberhalb Locarno mit wunderbarer Sicht auf den Lago Maggiore. Die Villa zeichnet sich durch eine ortsverbundene Fassadenmaterialisierung und durch die geneigte Dachform aus. Der Eingriff reduziert sich auf die Klärung des Raumkontinuums im Innenraum – im Erdgeschoss wird die verborgene Küche in Richtung Süd ins Zentrum gerückt. Im Ostflügel kommt die Küche zu liegen und verstärkt den Raumbezug vom Eingang/Wohnzimmer zum Aussensitzplatz und zur Umgebung. Rund um diesen ‚Raum mit Sicht’ entsteht das aktuelle Wohnen und Leben, während im Westflügel ein Schlafbereich erhalten bleibt. Mit dem Abbruch der bestehenden Cheminéeanlage und der ursprünglichen Küchentrennwand entsteht im Bereich des Essplatzes ein grosszügiger, zweigeschossiger Raum. Die ursprüngliche Treppe zum Obergeschoss wird beibehalten und neu in den Raum verschränkt.
Eine neue Nutzungsverteilung und zwei neue Treppen organisieren das ‘Doppel-Rustico’ zu einem neuen Raumkontinuum unterschiedlicher Öffentlichkeiten: Im annähernd quadratischen, westlichen Rustico kommen übereinander zwei Schlafräume zu liegen, während der langgezogene Körper im Osten im Erdgeschoss das Wohnen und darüber die Küche mit dem Esszimmer beherbergt. Mit der neu eingezogenen Holzdecke wird im Bereich der neuen Küche der Innenraum an die Pergola im Aussenbereich angebunden. Der überhohe, sakral anmutende Raum wird bewusst mit einer tiefen Küchenkombination möbliert. Die minimale Ausbildung der angrenzenden Bauelemente verleihen diesem Raum eine archaische Ruhe. Über die angehängte Stahltreppe wird der Essraum mit dem darunterliegenden Wohnzimmer verbunden. Dieser, bergseitig im Terrain eingegrabene, Raum wird mehrheitlich über das neue Cheminée beheizt. Der sehr gedrungene Wohnraum dient im Weiteren als Verteiler zu den Schlafräumen und der Nasszelle zwischen den beiden Baukörpern, welche in Verbindung mit der bergseitigen Treppenerschliessung in das Projekt eingearbeitet wird. Die Materialisierung wird bewusst reduziert und es wird darauf geachtet, dass in den Räumen, welche tagsüber genutzt werden, vorwiegend rohe, naturbelassene oder naturnahe Oberflächen angewendet werden. Mit zunehmender Präsenz von Kunstlicht wird vermehrt Farbe oder eine bearbeitete Oberfläche eingesetzt.
Bauherrschaft: Privat
Planung: Rossetti+Wyss Architekten
Fotos: © Jürg Zimmermann

