Date:
2020
Location:
Zumikon, CHGemeinschaftszentrum Zumikon
Das Gemeinschaftszentrum Zumikon, 1982 von Max Ziegler realisiert, ist seit über 40 Jahren ein lebendiger Ort für Veranstaltungen und Freizeitaktivitäten. Es wird von einer Stockwerkeigentumsgemeinschaft getragen und verkörpert in seinem Namen auch sein Programm: ein gemeinschaftlich betriebener Raum, der für kommende Generationen erneuert und zukunftsfähig gemacht werden soll. In Testplanungen zwischen 2019 und 2022 wurden Bestand und mögliche Sanierungsansätze untersucht, nun liegen vertiefte Konzepte für die Gesamterneuerung vor.
Das Projekt verfolgt den Grundsatz, die bestehende Substanz weitgehend zu erhalten und respektvoll weiterzubauen. Nutzungen sollen möglichst im Altbau verbleiben, während Erweiterungen nur dort vorgesehen sind, wo der Bestand keine Lösungen bietet, etwa im Südtrakt. Ziel ist eine flexible und variable Nutzung, die auch künftige Anpassungen ermöglicht. Der Dialog mit Bauherrschaften und Nutzenden präzisiert die Anforderungen, während die Haltung von Zurückhaltung und Ganzheitlichkeit gewahrt bleibt. Städtebaulich vermittelt die Anlage zwischen Dorfplatz, Flarzhäusern am Kirchbühl und der angrenzenden Siedlungsstruktur. Dachformen und Körnung des Bestands bleiben weitgehend erhalten, während der Südtrakt mit einem eigenständigen Volumen ergänzt wird.
Die Erschliessung konzentriert sich auf den Güggelplatz als Dreh- und Angelpunkt, der durch neue Wege, Anlieferungsmöglichkeiten und eine parkartige Umgebung aufgewertet wird. Medienpunkte, Veloabstellplätze und eine neue Entsorgungslösung verbessern den Betrieb. Im Nordtrakt wird die Disco neu im Untergeschoss verortet, wodurch Lärmimmissionen reduziert werden. Sie teilt sich Infrastruktur mit der Spielgruppe und erhält vorgelagerte Aussenräume. Der Gemeindesaal wird hindernisfrei mit dem Güggelplatz verbunden, erhält ein Foyer mit Garderoben und Küche sowie verbesserte Lüftungs- und Heizsysteme.
Das Freizeitzentrum erhält ein neues Layout mit zusätzlichem Schulraum, besser belichteter Keramikwerkstatt und einem neuen Atelier. Nebenräume nutzen Räume mit wenig Tageslicht, wodurch die Hauptnutzungen gestärkt werden. Ein auskragender Balkon verbindet die Haupttreppen und schützt die Haupträume. Am Dorfplatz bleiben die Ladenlokale erhalten, während die reformierte Kirchgemeinde ihre Büros und Unterrichtsräume kompakter im Nordtrakt nutzt. Die katholische Kapelle wird liturgisch neu orientiert, erhält zenitales Tageslicht und zusätzliche Nebenräume, während Unterrichtszimmer im Südtrakt bestätigt werden.
Ein zentrales Element der Erneuerung ist die neue Bibliothek, die als einziger Neubau nicht im Bestand Platz findet. Sie wird als eigenständiger Baukörper an den Südtrakt angebaut und verbindet Dorfplatz und Güggelplatz über eine interne Treppe und einen Lift. Mit Büro, Lesetreppe und westseitiger Öffnung zum Park wird sie zu einem Raum der Ruhe und Kultur.
Im Obergeschoss ergänzt der reformierte Kirchgemeindesaal das vielseitige Saalangebot. Zusammen mit Cheminéeraum, Vereins- und Gemeinschaftsraum können unterschiedliche Veranstaltungen bis 200 Personen stattfinden. Eine erweiterte Terrasse bietet zusätzlichen Aussenraum mit Fernsicht. Wohnungen und Studios im Südtrakt werden einfach erneuert, mit Strangsanierungen sowie neuen Nasszellen und Küchen.
Das Projekt berücksichtigt technische, bauphysikalische und denkmalpflegerische Aspekte ebenso wie Energie- und Nachhaltigkeitsgrundsätze. Photovoltaik, Holzbauweise bei Erweiterungen und die Weiterverwendung der Fernwärme stärken die ökologische Bilanz. Mit einer klaren Gliederung in Betriebsabschnitte, hindernisfreiem Zugang und flexiblen Layouts entsteht ein robustes Zentrum, das die Bedürfnisse von heute erfüllt und künftige Entwicklungen ermöglicht.
Das erneuerte Gemeinschaftszentrum soll ortstypisch, markant und zugleich dienend wirken. Es bewahrt den Bestand, öffnet sich neuen Anforderungen und schafft eine Identität, die von Ganzheitlichkeit getragen ist. Damit wird ein wesentlicher Schritt getan, um die Anlage für kommende Generationen als lebendigen Treffpunkt zu sichern.
Bauherrschaft: Stockwerkeigentümergemeinschaft Gemeinschaftszentrum Zumikon
Planung: Generalplaner Rossetti+Wyss Architekten, Lüchinger Meyer Partner AG, Elektro-Ingenieure Meyer Partner AG, CLHT Planungsbüro GmbH, Bünder Hydroplan AG, BAKUS Bauphysik & Akustik AG, Jäckli Geologie AG, SJB Kempter Fitze AG, Gamatech AG, Kiefer & Studer AG, Glamox AG
Aussenvisualisierungen: © Stomeo
Fotos: © Jürg Zimmermann
Testplanung: 2020, 1. Rang – Weiterbearbeitung
Planerwahlverfahren: 2022, 1. Rang

