Date:
Location:
Zürich, CH

Lehenstrasse Zürich

Das Projekt befindet sich an der Kreuzung Nordstrasse–Lehenstrasse in Zürich. Der bestehende Wohnbau, ein für die Stadt typischer Bau aus dem Jahr 1929, liegt zurückversetzt von der Strasse und ist durch eine grüne Vorgartenzone gefasst. Seine Lage in der abfallenden Topografie prägt das Grundstück und bildet den Ausgangspunkt für die Planung des Neubaus.

Der Neubau besetzt die mögliche Baufläche bis an die natürlichen Grenzen. In der Horizontalen wird die Lücke zwischen Altbau und Strassenraum vollständig genutzt, während die strukturierenden Deckenplatten den Hangverlauf in der Vertikalen aufnehmen. Durch diese Setzung wird der Baukörper eng mit der Topografie verwoben.

Die Hauptebene des Gebäudes wird durch fünf massive Betonscheiben geprägt, die als Distanzhalter zwischen den beiden Hauptdecken fungieren. Zwischen diesen Elementen ist eine vorgefertigte Holzfassade eingeschoben, deren Transparenz den Büroräumen eine enge Verbindung zur Umgebung verleiht. So entsteht eine Balance zwischen massiven und leichten Bauteilen, die dem Baukörper sowohl Stabilität als auch Offenheit verleihen.

Das Sockelgeschoss ist über eine interne Treppe erschlossen, die vom Altbau aus erreichbar ist. Hier befinden sich die Allgemeinflächen wie Sitzungsräume und Werkbereiche. Diese Räume liegen im unteren Geschoss, das eine direkte Anbindung an den Strassenraum besitzt und so eine Öffnung zur Öffentlichkeit schafft. Der Neubau verbindet damit private Arbeitsräume und gemeinschaftlich nutzbare Flächen auf überzeugende Weise.

Die Materialisierung des Projekts folgt einem konsequent rohen Ansatz. Grundelemente bleiben sichtbar und unverkleidet, wodurch die Konstruktion in ihrer Ehrlichkeit erfahrbar wird. Ergänzend werden die Wände durch gezielt eingesetzte Farbgebungen akzentuiert, die dem Inneren Wärme und Orientierung verleihen. So entsteht ein zurückhaltender, klarer Ausdruck, der sowohl die konstruktive Logik als auch die räumliche Qualität betont.

Der Neubau an der Lehenstrasse entwickelt sich aus der vorhandenen städtebaulichen Situation und verknüpft Altbau und Strassenraum in einer präzisen Setzung. Er reagiert sowohl auf die topographischen Bedingungen als auch auf den Anspruch nach Offenheit, Öffentlichkeit und funktionaler Vielfalt.

 

Bauherrschaft: Peter Schmid, Werner Fürst

Planung: Rossetti+Wyss Architekten, Lüchinger Meyer Partner AG, Amstein+Walthert AG

Fotos: © Walter Mair

Kosten: CHF 0.9 Mio.

Studienauftrag: 2003, 1. Preis