Date:
Location:
Lugano, CH

Palace Lugano

Der städtebauliche Eingriff komplettiert den Abschluss der Altstadt und führt die Via Nassa bis zum neuen Museumsplatz. Die bauliche Gliederung des Palace wird in der Neubaustruktur aufgenommen, sodass Proportionen, Höhen und Volumen zu einer klar lesbaren Einheit verschmelzen. Das Projekt vereint historische Substanz mit zeitgemässen Ergänzungen und schafft ein Ensemble, das sich harmonisch in den Kontext von Stadt und Platz einfügt.

Der Altbau, welcher das Museum und die Ausstellungsflächen beherbergt, wird in seiner Volumetrie respektiert und in seiner Struktur saniert. Die geschützten Fassaden bleiben weitgehend erhalten, partiell verstärkt und ergänzt. Neue Ausstellungsräume entstehen auf stützenfreien Zwischengeschossen, die in die bestehenden Gebäudeebenen eingezogen werden. Die historischen Fenster der Fassade bleiben auch im Innern funktional erlebbar und stellen eine Verbindung zwischen Alt und Neu her.

Der Neubau übernimmt zusätzliche Funktionen und erweitert das Programm. Ein L-förmiger Baukörper fasst Theater, Ladenflächen, Büros und Wohnungen. Während im Erdgeschoss die öffentlichen Nutzungen wie Theater- und Verkaufsflächen dominieren, nimmt mit zunehmender Gebäudehöhe die Privatheit der Räume zu, wodurch eine klare Hierarchie von Öffentlichkeit und Rückzug entsteht. Das Theater bildet dabei das Herzstück des Neubaus: Ein funktionaler, flexibel nutzbarer Raum, ergänzt durch Foyers, Garderoben und Proberäume, welcher sich zum städtischen Raum öffnet.

Das Projekt reagiert auf die topografische Situation und die städtischen Bezüge. Auf der Seite zur Piazza Joan Miró und zur Piazzetta del Museo treten die öffentlichen Funktionen klar in Erscheinung und bilden neue urbane Anknüpfungspunkte. Der Neubau stärkt die Platzräume und ergänzt die Altstadt mit einem zeitgemässen kulturellen Angebot.

Die innere Organisation folgt funktionalen Abläufen. Logistik, Anlieferung und technische Bereiche sind effizient verortet, sodass der Betrieb reibungslos erfolgen kann. Die Ausstellungsflächen des Museums profitieren von flexiblen Raumstrukturen, während das Theater durch klare Bühnen- und Foyer-Sequenzen geprägt ist. Büros und Wohnungen werden über eigene Erschliessungen organisiert und schaffen so eine klare Trennung der unterschiedlichen Nutzungen.

Mit der Verbindung von Altbau und Neubau entsteht ein komplexes, aber schlüssiges Ganzes, das sowohl dem kulturellen Anspruch wie auch dem urbanen Kontext gerecht wird. Die Architektur vermittelt zwischen der historischen Identität des Palace und den Anforderungen einer zeitgemässen Nutzung, wodurch ein prägendes Ensemble im Herzen Luganos entsteht.

 

Bauherrschaft: Bundesamt für Bauten und Logistik Schweiz

Planung: Rossetti+Wyss Architekten, Lüchinger Meyer Partner AG, Waldhauser Haustechnik AG, Zulauf Seipel Schweingruber GmbH, Planungsgruppe AB, G. Bächli AG

Wettbewerb: 2001, 2. Stufe