Date:
2016
Location:
Zürich, CHSchule Allmend Zürich
„Die großen Leute haben eine Vorliebe für Zahlen. Wenn ihr ihnen von einem neuen Freund erzählt, befragen sie euch nie über das Wesentliche. Sie fragen euch nie: Wie ist der Klang seiner Stimme? Welche Spiele liebt er am meisten? Sammelt er Schmetterlinge?
Sie fragen euch. Wie alt ist er? Wieviel Brüder hat er? Wieviel wiegt er? Wieviel verdient sein Vater? Dann erst glauben sie ihn zu kennen.“ (Buchzitat von Antoine de Saint-Exupéry in Der kleine Prinz)
PILA umschreibt die Schule als Summe einzelner Teilbereiche, welche sich mit grosser Nutzungsflexibilität zu einer Gesamtanlage fügen. Die Schule verbindet die Struktur in eine zusammenhängende Gesamtheit mit einer bestimmten inneren Ordnung. Die gewählte Ordnung verbindet Flexibilität und Variabilität mit den Grundbedürfnissen des Lehrens und dem Schulalltag.
Der Baukörper wird in die Struktur der Linse „Manegg“ eingearbeitet und sucht den sorgfältigen Umgang mit der geplanten Umgebung. Der Entwurf der neuen Schule berücksichtigt sowohl die urban gehaltenen, vorstädtischen Infrastrukturen, Linienführungen und resultierende Strassenräume, als auch auf der Fussgängerebene, den neuen Maneggplatz.
Die Schulanlage bettet sich ins Quartier ein, wirkt unaufdringlich, gar selbstverständlich.
Die neue Schulanlage wird bewusst in die Kette der Baukörper eingereiht. Der Baukörper verarbeitet Aussen- und Umraum. Für den Schulhausneubau wird eine eigenständige, geklärte Geometrie gewählt.
Die Gliederung der Volumetrie zur Bahn vermittelt sanft zwischen den Fluchten der südlichen Gebäude zum Gebäudekomplex im Norden. Die horizontale Strukturierung der Westfassade steht im Zeichnen und in Verbindung mit der ‚schnellen und bewegten Welt’ – dem Verkehr, der Strasse und der Eisenbahn. Die Staffelung der Fassade in der Höhe referenziert zur Dynamik des Umfeldes und verringert gleichzeitig den Fussabdruck des Baukörpers zu Gunsten des grosszügigen, öffentlichen Aussenraumes.
Zum Maneggplatz zeigt sich die neue Schule mit einer geklärten Volumetrie, der ausgebildete Kopfbau vermittelt Ruhe und Öffentlichkeit.
Hier sind selbsterklärend die Eingänge zu finden, welche in die Schule führen. Der leicht erhöhte, abgesetzte Aussen-Pausenraum ermöglicht die Einsicht in die Seitengasse.
Der Baukörper sucht in Maßstab und Struktur, nicht nur die städtebauliche Gliederung, sondern auch den Zugang zu den Kindern, welche in Räume unterschiedlichster Größe den Unterricht besuchen. Das Schaffen von verschiedenartigen Um- und Zwischenräumen, überdacht oder im Freien, ermöglicht den spielerischen, fantasievollen und flexiblen Umgang im Schulalltag.
PILA bildet die Basis, für die Weitergestaltung im Schulbetrieb.
Die Schule wird vom erhöhten Aussen-Pausenplatz erschlossen. Drei Cluster werden übereinander gestaffelt, ein jeder mit seinem eigenen, gedeckten Pausen- und Aussenraum.
Die Fachzimmer sind gegenüber den Clustern auf zwei Ebenen organisiert. Die Schulanlage ist altersgerecht ausgelegt und ist attraktiver Arbeitsort für die Lehrenden. Die Räumlichkeiten des Lehrkörpers sind im Kopfbau vorgesehen. Darüber, ebenfalls eigenständig erschlossen, ist der Kindergarten angelegt. Dieser profitiert von der Dachterrasse erhält somit einen separaten, kindgerechten Aussenraum. Dies erhöht die Sicherheit im Betrieb und auch der guten Übersicht wird, zu Gunsten der Aufsichtsperson, Rechnung getragen.
Über der Schule ist auf dem Dach der Allwetterplatz vorgesehen. Dieser wird von einer Stahlstruktur mit integrierter Fotovoltaik beschattet. Der Aussenplatz steht dem Schulbetrieb und dem Quartier zur Verfügung: Die direkte, öffentliche, vertikale Verbindung erschliesst den gefassten Aussenraum ab der Strassenebene.
Unterhalb des erhöhten Pausenplatzes beim Haupteingang ist die Einfach-Turnhalle angelegt. Diese wird über die Oblichter zenital belichtet und idealerweise über die seitlich angelegten Bandfenster belüftet (Querlüftung).
Die Sportanlage im Untergeschoss, der Allwetterplatz auf dem Dach, die Klassenzimmer im Gebäude, der Lehrertrakt und der Kindergarten werden über die grosszügigen, vertikalen Verbindungen je separat erschlossen. Der reibungslose Betrieb der einzelnen Tätigkeiten und verschiedene Parallelbetriebe werden mit dem vorgesehenen Erschliessungssystem gewährt.
Die öffentlichen Nutzungen im Erdgeschoss, die Mensa und der Saal, werden auch direkt vom Maneggplatz erschlossen und ermöglichen somit auch hier den unabhängigen Betrieb.
Die Ökonomie der Mittel wird hoch, die graue Energie der Gesamtanlage tief gehalten. Es entsteht eine kindliche und inspirierende Anlage, welche durch eine effiziente Infrastruktur versorgt wird.
Bauherrschaft: Stadt Zürich
Planung: Rossetti+Wyss Architekten, Zschokke & Gloor Landschaftsarchitekten

