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Location:
Zürich, CH

Sempach 50 Zürich

Das Mehrfamilienhaus an der Sempacherstrasse 50 in Zürich ist Teil eines Doppelhausensembles aus dem Jahr 1950. Es liegt in Hanglage zur Forchstrasse und wurde 2019 umfassend saniert. Dabei blieb die bestehende Bausubstanz erhalten und das Dach durch eine behutsame Anpassung erweitert. Auf ein zusätzliches Geschoss wurde verzichtet, wodurch die städtebauliche Wirkung des Ensembles gewahrt blieb. Trotz dieser Erweiterung besteht eine Ausnutzungsreserve. Zwei Maisonettewohnungen im Ober- und Dachgeschoss werden realisiert, ergänzt durch doppelgeschossige Lukarnen, die sich stimmig, aber auch selbstbewusst in die Dachlandschaft einfügen und an einen Mittelrisalit erinnern.

Die vorgeschlagene Lösung ist nicht nur funktional, sondern auch ortstypisch. In der Umgebung von Hirslanden finden sich zahlreiche Zinnen und Dachterrassen, sowohl bei historischen Bauten als auch bei Neubauten. Diese Entwicklung prägt zunehmend die Quartieridentität und verleiht den Gebäuden zusätzliche städtische Qualitäten. Die geplanten Eingriffe stellen somit eine nachvollziehbare Fortführung der lokalen Bautradition dar und fügen sich selbstverständlich in den Kontext ein.

Die Massnahmen sind minimale Anpassungen an der bestehenden Substanz. Weder die feuerpolizeilichen Anforderungen noch die städtebauliche Ordnung werden beeinträchtigt, vielmehr eröffnen die Zinnen zusätzliche Sicherungsmöglichkeiten. Insgesamt handelt es sich um einen zurückhaltenden, aber wirkungsvollen Vorschlag, der die architektonische Qualität des Hauses steigert und die Wohnsituation der Bewohner spürbar verbessert.

 

Bauherrschaft: ReCon Bau Property AG

Planung: Rossetti+Wyss Architekten, bba Bauingenieure AG, Classen Haustechnik GmbH, Bünder Hydroplan AG, Bakus Bauphysik & Akustik GmbH

Fotos: © Jürg Zimmermann