Date:
2015
Location:
Andelfingen, CHWerkhalle AWEL Andelfingen
Es ist was es ist. Das Holz ist innen wie aussen fertig. Die gestalterische Haltung ist die Zurückhaltung. Wesentlichste Themen ergeben sich durch eine reflektierte Betrachtung. Zugabe ist wenig, fast nichts. Die Kraft liegt im Stoff, in der Form, in der Kombination und der Reflexion. Das Einfache ist nicht banal.
Die neue Werkhalle des AWEL in Andelfingen entsteht inmitten einer sanft geprägten Landschaft, eingebettet zwischen Feldern, Fluss und bestehenden Infrastrukturen. Der Baukörper fügt sich zurückhaltend in die Umgebung ein, indem er die Massstäblichkeit der Landwirtschaftsbauten aufnimmt und durch seine schlichte Form eine klare, unaufgeregte Präsenz zeigt. Die Halle ist so positioniert, dass sie bestehende Wege und Nutzungen respektiert und gleichzeitig einen funktionalen Betriebsablauf ermöglicht.
Das Projekt versteht sich als zeitgemässe Weiterentwicklung traditioneller Bautypologien. Die Grundhaltung ist geprägt von Bescheidenheit und Einfachheit: kein repräsentatives Gebäude, sondern ein robustes Arbeitswerkzeug, das in seiner architektonischen Sprache die Tätigkeit seiner Nutzer widerspiegelt. Der Baukörper zeigt sich als zurückhaltender Solitär, der die Landschaft nicht dominiert, sondern mit ihr in Dialog tritt.
Konstruktiv setzt die Werkhalle auf Massivholz. Das Tragwerk besteht aus rhythmisch gesetzten Holzrahmen, die den grossen Raum überspannen und in ihrer Logik ablesbar bleiben. Diese Konstruktion ist zugleich funktional und atmosphärisch wirksam: die gleichmässige Struktur verleiht dem Innenraum eine ruhige Ordnung, während das Material Wärme und Haptik in den Arbeitsalltag bringt. Die massive Bauweise sorgt für Robustheit und Dauerhaftigkeit, zugleich ermöglicht sie eine ökologische Bauweise mit regionalem Bezug.
Die Fassaden sind bewusst einfach gehalten. Horizontale Holzschalungen und grossformatige Tore prägen das Erscheinungsbild und lassen die Halle als Arbeitsgebäude klar erkennbar. Die Öffnungen sind funktional angeordnet, um eine flexible Nutzung des Innenraums zu gewährleisten und die Betriebsabläufe zu unterstützen. Innen bleibt die Konstruktion sichtbar, wodurch sich eine authentische und unverstellte Raumatmosphäre ergibt.
Insgesamt steht die Werkhalle für eine Architektur der Angemessenheit. Sie verzichtet auf gestalterische Effekte und konzentriert sich auf Funktionalität, Einfachheit und Dauerhaftigkeit. In ihrer Schlichtheit und Robustheit trägt sie zur Identität des Ortes bei und zeigt, dass auch ein alltäglicher Nutzbau durch sorgfältige Konzeption und präzise Umsetzung architektonische Qualität gewinnen kann.
Die Werkhalle AWEL in Andelfingen wächst in der Schweiz in lediglich 18 Minuten nach.
Bauherrschaft: Baudirektion des Kantons Zürich
Planung: Rossetti+Wyss Architekten, Lüchinger Meyer Partner AG, Zürcher Elektroplanungen AG, Friedli Partner AG, Bachmann Stegemann + Partner AG
Fotos: © Jürg Zimmermann
Video: Erne Holzbau AG
Volumen: 5175 m3
Kosten: CHF 1.4 Mio.

